passionsgeschichte

Fremder Mann…

by Graugans

Am Himmel Farbspuren von schlecht weggewischtem Blut, der Föhnwind weich wie Samt, macht wirr im Kopf und greift nach meiner Seele, die nicht weiß, wo hin mit sich, liebesbereit, einsam , glücklich und traurig, alles zugleich und alles schmerzt. Auf der Bundesstraße ein Höllenlärm. Am Himmel sausen die Flieger haarscharf am Mondsichelschiff vorbei, unendlich viele, die Menschen wollen weg, so schnell es geht und so weit weg wie nur möglich … kaum sind die Sterne noch zu erkennen. Einige meiner abendlichen Gäste kommen auch von weit her aus dem Land hinter den Sternen, werden sie die Laterne vor dem Haus überhaupt sehen können?

Auf dem Tisch in der Stube steht die dampfende Hühnersuppe mit Nudeln, in der alten Suppenschüssel mit den blauen Punkten.

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Graugans mit neuer Domainadresse!

by Graugans

Eine kurze Info in eigener Sache:

 

Ab sofort ist die Graugans unter eigener Domain erreichbar:

https://www.graugans.org

Die bisherige Adresse (www.helminger-projekte.com/Graugans) ist derzeit auf die neue Adresse umgeleitet. Ich bitte Euch, die neue Adresse in Euren Linklisten zu aktualisieren, da die alte Adresse zum Ende des Jahres nicht mehr abrufbar sein wird.

Beim Umzug sind zu meinem allergrößten Bedauern die bisherigen Likes verschwunden.

Die neue Likefunktion wird demnächst wieder verfügbar sein und ich hoffe so sehr, daß Ihr mir dann auch wieder Eure Lichtzeichen schickt!

Bitte ändert auch in den Blogrolls, in denen ich freundlicherweise vorkommen darf, meine Adresse!

 

Viele liebe Grüße und bleibt mir bitte auch weiterhin gewogen!

Hedschebetsche

by Graugans

Ein wildes Geflatter, Tirillieren und Tschilpgesänge in den Obstbäumen heute , die Krammetsvögel sind also auch schon da … kleine schwarze Federwesen, ich glaube, es sind Drosseln, picken hoch oben das heraus, was von den ca. 20 Zentnern Obst noch an den Ästen hängt. Alle Katzen hocken unten und sehen in eine Richtung, im Blick förmlich die Sehnsucht nach zarten Vogelbrüstchen …

Die wilden Rosen bilden Tore, untereinander und zu allem, was sonst noch wächst und so lang an einem Fleck stehenbleibt, bis eine Ranke sich herumschlingen kann. Wer oder was soll hindurchschreiten oder sind es Brücken, damit eines das andere berühren kann? Die Hagebutten färben sich heftig mit obszönem Rot und bringen das Blut in Wallung bevor es …

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„my fickle friend, the summerwind …“

by Graugans

In ihrem erdfarbenen Kleid sitzt sie auf einem Stein  und schaut über das Land. Viel Arbeit wartet auf sie, Löwe hat seine ungebändigte Lust am Leben ausgeschüttet, wie immer ohne Maß und Ziel und ohne einen Gedanken darauf zu verschwenden, was mit dieser Fülle geschehen soll. Die Früchte des heissen Sommers hängen schwer und üppig an den  überladenen Ästen, mehr und mehr fällt das überreife Zuviel an Allem zu Boden …

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You make me feel …

by Graugans

… like a naturally woman!

 

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Now, Baby Blue …

by Graugans

Gewidmet dem geliebten Herrn Graugans in großer Dankbarkeit!

Brütende Hitze in der Scheune, dem ehemaligen Heuboden des alten Hofes, ich stehe im Dämmerlicht auf dem verrutschten Teppich, der mal Tanzfläche war und sehe mich um … keine Spuren mehr vom großen Fest, das hier stattgefunden hat. Ein paar vergessene Flaschen umgefallen in einem Eck, ein Schild „Route 66“ leuchtet auf, als ich an ihm vorbeigehe, eine kleine rote Blume aus Krepp liegt am Boden vor den ordentlich an die Wand gelehnten Tischen und Bänken … ein Tiger aus Pappmaché lehnt an einem Mauervorsprung, Sonne, Mond und Stern, ausgeschnitten und mit Alufolie verkleidet, drehen sich an einer Schnur über mir, alles steht an seinem Platz, der kleine alte Traktor riecht nach Motorenöl, und in der Luft liegt der vertraute Geruch nach altem Holz und Staub. Das Fest ist längst vorbei, alle Gäste sind in ihre Leben heimgekehrt, die nicht enden wollenden Dankesreden für das Glück dieser Musiksommernacht werden weniger, der Rausch ist vorüber; wenn der Höhepunkt erreicht wird und keine Steigerung mehr möglich ist, dann geht es zurück ins Tal der normalen Wirklichkeit.

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Mein Vater, der Tod und Jesus in der Stube

by Graugans

Oft vermisse ich die langen Gespräche „über Gott und die Welt“, die früher einfach dazugehörten zum Leben, vor allem hier in der Stube des alten Hauses. Erscheint es mir nur so, oder interessiert sich niemand mehr für diese Fragen um Leben und Tod und warum wir denn hier sind auf dieser Erde und was denn vor uns war? Oder hat einfach niemand Zeit, oder hat bereits jeder das Gesuchte schon gefunden? Manchmal befürchte ich, so ziemlich alleine übriggeblieben zu sein mit meinen zweifelnden Fragen mitten hinein in die großen spirituellen Geheimnisse, religionsverweigernd und gottsuchend gleichermaßen. Eine Agnostikerin auf meine spezielle Art, nichts glaubend, alles für möglich haltend, hungrig …

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Das Mädchen

by Graugans

Ein übertrieben hitziger Sonnenstrahl fällt vom Himmel und mit ihm ein Schwarm Krähen. Schimmerndes Gefieder in gleißendem Licht stakst über die Wiese, pickt hier und da , macht Gezeter, wirft sich wie auf Befehl in die Luft und fliegt als geschlossener dunkler Haufen wieder weg.

Die stille Woche … die Prophezeihung erfordert den Ritt auf einer Eselin hinein nach Jerusalem, ein kleiner, zarter junger Mann, Wanderrabbi mit aufrührerischem Geist, nicht den Pharisäern und schon gar nicht den schrecklichen römischen Unterdrückern gefügig, gerade ließ der Stadthalter tausende junger Männer ans Kreuz schlagen, einfach so aus Launen heraus, Er muß eswissen, was Ihm bevorsteht. Sie wollen, daß einer kommt und sie rettet aus der unglaublichen Not dieser Okkubation, sie wollen die Zeichen so deuten, daß sie auf Ihn als den Messias hinweisen. Irgendwann gibt er nach .

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Die Schlucht

by Graugans

Ein paar vereinzelte Schneeflocken segeln aus der dunkelgrauen Pferdedecke, die schwer am Himmel hängt. An klaren Tagen kann man von hier aus auf die Salzburger Berge, den König Watze samt Frau und Kindern und womöglich bis weit ins Dachsteinmassiv hineinschauen. Alles ist mir bekannt und vertraut und doch bin ich fremd hier. Ich war schon bei den Pyramiden, aber noch nie hier an diesem Ort, 20 km von daheim. Dem großen, behäbigen Klotz von einem Hof, malerisch alleine auf der Hügelkuppe, hat man schon lang die filigranen Ursprünge herausgebaut. An der Hinterseite des Stalles scheint eine alte, windschiefe Mauer den Zeitläuften zu trotzen. Ein paar knorrige Nußbäume und ein vermooster Hollerbusch stehen davor, man stützt sich gegenseitig.

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Blutmond

by Graugans

Drei Frauen sind wir und als wir oben am Hügel ankommen, stehen wir zwischen den beiden Himmelslichtern, die Sonne ertrinkt langsam im großen See und der Mond ist aufgegangen. Um uns herum ein Kreis von Bäumen, in Zweier- und Dreiergruppen stehen sie da, ihre Leiber ineinander verschlungen recken sie sich in den Himmel. Im Hintergrund die Silhouette der Berge. In den tiefen Geleisen der Lastwägen steht das Wasser und glänzt im Mondenschein, die gefräßige Maschine, die tagsüber in der Kiesgrube den Sand ausspuckt, hält ihr riesiges Blechmaul verschlossen und schweigt.

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